Beschreibung

Seit altersher ist der Marktplatz das Zentrum der Stadt. Schon in römischer Zeit errichtete man hieBOP_06r inmitten des mauerumwehrten Kastells Bodobrica eine Badeanlage für die Soldaten. Nach ihrem Abzug und der Auflösung der Garnison verwandelte man im 5. Jh. das Kastellbad in ein Gotteshaus, dessen Taufbecken noch erhalten ist. Seitdem ist dieser Platz ununterbrochen über 1500 Jahre hinweg Mittelpunkt der christlichen Gemeinde geblieben.

BOP_09Die wunderschöne St. Severus-Kirche, die zwei Vorgängerkirchen hatte, wurde 1236 vollendet. Sie ist ein markantes Beispiel spätromanischer Baukunst im Rheinland. Die Gliederung des Kirchenbaus ist vom Markt her gut erkennbar: Ein mächtiges Turmpaar trennt das Langhaus vom dreigeschossigen Chor. Betritt man die Kirche von der Kronengasse durch das architektonisch reich gegliederte Hauptportal, gewinnt man ein eindruckvolles Bild von dem dreischiffigen, farbig gestalteten Innenraum. Sein Hauptschiff ragt steil auf und wird von drei Spinnengewölben mit je 16 Rippen gekrönt.

Zwei besonders qualitätsvolle Ausstattungsstücke sind der Erbauungszeit der Kirche zuzuordnen: das über dem Hauptaltar hängende spätromanische Triumphkreuz mit dem gekrönten Christus als Sieger über den Tod sowie die Skulptur der feinsinnig lächelnden, Liebreiz ausstrahlenden Madonna mit Kind und Lilienszepter. Die Wandmalereien im Mittelschiff erzählen die Geschichte des hl. Severus, des Namenspatrons der Kirche, wie er als armer Wollweber zum Bischof von Ravenna auserwählt wird. Im rechten Seitenschiff finden sich Deckengemälde von Christus und Heiligen.
Die Kirchenfenster stammen aus der 2. Hälfte des 19. Jhs. mit Ausnahme derjenigen im rechten Seitenschiff, die von einer zeitgenössischen Künstlerin aus Boppard geschaffen wurden. In die Kirchenrückwand sind mehrere frühchristliche Grabsteine eingelassen, von denen der Armentarius- und der Besontio-Stein die ältesten sind (5. /6. Jh.). 

Emporenbasililika Triumphkreuz Tonnengewölbe

Die heutige Kirche, eine rheinische Emporenbasilika

Triumphkreuz über dem Altar,
eine spätromanische Arbeit des 12./13. Jahrhunderts.

Eine einmalige Besonderheit ist das spitze Tonnengewölbe

Nahe dem Hauptportal erkennt man auf dem Fußboden die Umrisse des Taufbeckens aus dem 5. Jh. Es wurde 1966 freigelegt und ist in einem Raum unterhalb des Kirchenbodens erhalten.  
Taufbecken 
 Rekonstruktion des ältesten Bopparder Kirchenbaus ist als geistiges Eigentum geschützt und insofern mit einer Kennzeichnung der Autorenschaft versehen.  © Zsolt Vasáros/Gábor Divinyi/Sebastian Ristow 2003 

© Zsolt Vasáros/Gábor Divinyi/Sebastian Ristow 2003