Chronik und R.u B. Journal Nr. 121


Chronik

Friedenskreuz über Bad Salzig

 

 

 (von Pfarrer Werner Mathieu, weitergeführt von Hans Peter Bock)

 



 
An diesem Holz,
misshandelt und schuldlos
zu Tode gemartert
für fremde Schuld,
es ist auch die unsere,
wurde der Gott der Liebe
verhöhnt.
 
      Unsere Bitte ist es,
      wir glauben dem Wagnis
      zutiefst,
      in diesen unheiligen Tagen,
      dass sich im Zeichen
      des Kreuzes
      der feindliche Bruder
      seinem Gott in Frieden
      und dem Bruder in Liebe versöhnt!
 
                                Hans K. Wehren


Jm Jahre des Heils 1969 wurde am Freitag nach Christi Himmelfahrt auf der Salzbornhöhe das Friedenskreuz errichtet.
 
Pfingstmontag 1969 wurde das Friedenskreuz von Pastor Werner Mathieu gesegnet. Um 16.15 Uhr ging eine Prozession von der Pfarrkirche zur Salzbornhöhe. Um 16.30 Uhr ging eine zweite Prozession von der Weilerer Kirche ebenfalls zur Salzbornhöhe. Dort begann um 17.00 Uhr die Einweihungsfeier, bei der mitwirkten: die Kapelle der Freiw. Feuerwehr Bad Salzig, der Kirchenchor St. Ägidius Bad Salzig, der Kirchenchor St. Cäcilia Weiler und die Kinderschola.
 
1969 erschien eine Notiz über die Segnung des Friedenskreuzes im „Paulinus“ und ein kurzer Bericht in der Lokalausgabe der „Rhein-Zeitung“. Die „Rhein-Zeitung“ hatte auch 1970 über den Bußgang der Männer und den der Frauen berichtet! Selbstverständlich stand zur Segnung auch ein entsprechender Artikel im „Ägidiusblatt“.
 
Bald darauf entsteht der Brauch, den Satz: „Zur Gottes- und zur Nächstenliebe ermahne uns das Friedenskreuz“ beim Gottesdienst zu beten oder zu singen. (Gebetet wird es gewöhnlich nach dem „Engel des Herrn“; gesungen als Leitvers zu einem Psalm).
 
1970 am ersten Freitag in der Fastenzeit fand ein Bußgang der Männer und Jungmänner der Pfarrei zum Friedenskreuz statt. Die Predigt am Friedenskreuz hielt Pater Oswin Schirpke OFM von Bornhofen.
 
1970 am Schmerzensfreitag fand der Bußgang der Frauen und der Firmjugend zum Friedenskreuz statt. Die Predigt dort hielt Pater Konrad Roth von Schönstatt.
 
Am ersten Freitag in der Fastenzeit 1971 erfolgte der Bußgang der Männer und Jungmänner zum Friedenskreuz. Die Predigt hielt Pater Albin Neumann OFM, Guardian des Kloster Bornhofen.
 
Am Schmerzensfreitag 1971 fand ein Frauen-Bußgang zum Friedenskreuz statt. Die Predigt hielt Pater Frumens von Bornhofen.
 
Ostern 1971 erscheint im „Ägidiusblatt“ ein Gedicht von Hans K. Wehren „Friedenskreuz über Bad Salzig.“
 
Im „Paulinus-Kalender“ 1971 (Trier) ist auf S. 54 ein Foto des Friedenskreuzes mit erklärendem Text.
 
Am 17. Juni 1971 besuchte Weihbischof Dr. Kleinermeilert (Trier), der zur Firmung und Visitation in der Pfarrei weilte, das Friedenskreuz.
 
In „Rund um Boppard“ vom 28.08.1971 erscheint das Gedicht „Friedenskreuz über Bad Salzig“ von Hans K. Wehren.
 
Die Gottesdienste am Friedenskreuz wurden im „Ägidiusblatt“, im „Mitteilungsblatt der Kur- und Fremdenverkehrsgemeinde Bad Salzig“, in der Lokalausgabe der „Rhein-Zeitung“ und in „Rund um Boppard“ (in R. u. B. ab 2. Halbjahr 1971) veröffentlicht.
 
Am 18.09.1971 ist in der Lokalausgabe der Rhein-Zeitung ein Foto vom Friedenskreuz mit klärendem Text und dem Gedicht über das Friedenskreuz von Hans K. Wehren.
 
Im August/September 1971 werden Hinweisschilder „Zum Friedenskreuz“ an der Pfarrhausmauer in Bad Salzig, vor dem Bad Salziger Sportplatz und am Weilerer Sportplatz angebracht.
 
Auf einem 1971 herausgegebenen Zettel mit „Bad Salziger Liedern“ steht auch der „Spruch vom Friedenskreuz“ („Zur Gottes- und zur Nächstenliebe ermahne uns das Friedenskreuz“).
 
Das Gedicht von Hans K. Wehren „Friedenskreuz über Bad Salzig“ erscheint 1971 auf Spruchkarten, außerdem zusammen mit einem Foto vom Friedenskreuz als Ansichtskarte. Die Bildspruchkarte ist abgebildet in der „Westfalenpost – Iserloher Zeitung“ vom 01. /02.11.1971. Das „Jugendprogramm Winter 1971-72“ („Wann und wo?) Was bietet die Pfarrei Bad Salzig der Jugend, zeigt u.a. das Friedenskreuz.
 
Im Herbst 1971 erscheint die Erzählung „Bad Salziger Frieden“ von Hans K. Wehren.
 
Nach einem Ökumenischen Bußgang fand am Buß- und Bettag 1971 ein Ökumenischer Bußgottesdienst am Friedenskreuz statt. Die Einführung nahm der ev. Pfr. I. R. Hermann Lutze (Wuppertal) vor, die Lesung trug der ev. Pfr. Orthus (Boppard) und die Ansprache hielt der kath. Pfarrer Werner Mathieu (Bad Salzig). Unter der Leitung von Siegfried Zimmermann (Koblenz) wirkte ein evangelischer Posaunenchor mit.
(Berichte bzw. Fotos: „Ägidiusblatt“, „Rhein-Zeitung“, „Paulinus“, „Gemeinde-Rundbrief der Ev. Kirchengemeinde Boppard“, „Christ in der Gegenwart“ (Freiburg i. B.).
 
Besprechungen von Wehrens „Bad Salziger Frieden“ erschienen in: „Ägidiusblatt“, „Rund um Boppard“, Iserlohn „Westfalenpost“, „Rhein-Zeitung“, „Mitteilungsblatt Kur- und Fremdenverkehrsgemeinde Bad Salzig“, „Westf. Rundschau“, „Die Pfalz am Rhein“. Hinweise: „Leben und Glauben“ (Bern), „Glaube und Heimat“ (Simmern).
 
Am ersten Freitag in der Fastenzeit 1972 erfolgte ein Bußgang der Männer und der männlichen Jugend der Pfarrei zum Friedenskreuz. Die Predigt am Friedenskreuz hielt Militärpfarrer Heinz Petmecky, Westerburg. Trompeten-Solo: Alfons Volk.
 
Die “Order zwischen Strom und Kai”, Mitteilungsblatt 1/1972 der Hauptstelle der Kath. Schifferseelsorge und des St. –Nikolaus-Schifferverbandes Mannheim, bringt ein Foto vom Friedenskreuz über Bad Salzig mit dem Friedenskreuz-Gedicht von Hans K. Wehren und einen Auszug aus Wehrens „Bad Salziger Frieden“.
 
Am Schmerzensfreitag 1972 erfolgte der Frauen-Bußgang zum Friedenskreuz. Die Predigt hielt der niederländische Pater Paulus van Leenwen SCJ, früher Bergen op Zoom/Niederlande, jetzt St. Goar. Trompeten-Solo: Alfons Volk.
 
Die „Deutsche Tagespost“ (Würzburg) bringt in ihrer Ausgabe vom 07./08. April 1972 ein Foto vom Friedenskreuz mit erklärendem Text und dem Friedenskreuz-Gedicht von Hans K. Wehren.
 
Die Bildspruchkarte „Friedenskreuz über Bad Salzig“ erscheint als Wandschmuck. 62 Stück davon werden den Kommunionkindern 1972 zum Andenken an den Weißen Sonntag gegeben.
 
Der Paulinus-Kalender 1973 bringt unter der Überschrift „Wallfahrt nach Bornhofen“ den Anfang der Erzählung „Bad Salziger Frieden“ (von Hans K. Wehren).
 
Der im Ludwig Bechauf Verlag Bielefeld im August 1972 erschienene Gedichtsband „Mein Bad Salziger Tagebuch“ von Hans K. Wehren enthält u. a. das Wehren-Gedicht „Friedenskreuz über Bad Salzig“. (Besprechungen: „Westfalenpost“, „Ägidiusblatt“, „Westf. Rundschau“).
 
Im Rahmen des Festprogramms zum 75jährigen Stiftungsfestes des Kath. Kirchenchores St. Cäcilia Weiler gab es am 18. April 1972 ein Bußgang des Chores von der Peterskirche in Weiler zum Friedenskreuz.
 
Im Rahmen der Feierlichkeiten zur 1050-Jahr-Feier von Bad Salzig gab es am 25. August 1972 einen ökum. Dankgottesdienst am Friedenskreuz. Begrüßung: Pfr. Mathieu (rk.), Predigt: Pfr. Orthus (ev.). Musik: Feuerwehrkapelle Bad Salzig. Anwesend waren auch ein Priester aus Österreich und ein Priester aus Indonesien. Zur 1050-Jahr-Feier war ein Bericht mit Foto im „Ägidiusblatt“, weitere Berichte und Fotos („Friedenskreuz über Bad Salzig“) in der „Rhein-Zeitung“, „Paulinus“, „Bad Salziger Mitteilungsblatt“ und „Glaube und Heimat“ (Simmern).
 
Der Rhein-Hunsrück-Kalender 1973 bringt auf Seite 84 ein Foto vom Friedenskreuz mit dem Friedenskreuz-Gedicht von Hans K. Wehren.
 
Das 1973 herausgegebene Heftchen „Die St. Ägidius-Pfarrei Bad Salzig“ zeigt das Friedenskreuz und bringt das Friedenskreuz-Gedicht von Hans K. Wehren.
 
Am 13.01.1973 liest Hans K. Wehren in Hagen vor dem Autorenkreis “Ruhr-Druck“ aus seinem B.S.T. Die „Westfalenpost“ berichtet darüber und druckt das Friedenskreuz-Gedicht von Wehren ab.
 
Am ersten Freitag in der Fastenzeit 1973 fand der Bußgang der Männer und der männlichen Jugend unserer Pfarrei zum Friedenskreuz statt. Die Predigt am Friedenskreuz hielt Pastor A. Mohr, Buchholz. Trompeten-Solo: Alfons Volk.
 
Am Schmerzensfreitag 1973 Frauen-Bußgang zum Friedenskreuz. Die Predigt hielt Prälat Seussler, früher Domkapitular in Limburg, jetzt in Boppard im Ruhestand lebend. Trompeten-Solo: Alfons Volk.
 
18. November 1977 veranstalteten die großen Messdiener eine Jugendmesse in der Pfarrkirche St. Ägidius und machten anschließend einen Schweigemarsch mit Fackeln zum Friedenskreuz. Dort hielt Religionslehrer Floracks aus Boppard eine Festpredigt.
 
Zum 10 jährigen Bestehen des Friedenskreuzes ging am Pfingstmontag 1979 um 7.30 Uhr eine Prozession (die gleichzeitig unsere Nothgottes-Prozession ist) von der Pfarrkirche zur Salzbornhöhe. Dort begann um 8.00 Uhr eine hl. Messe, die als Frühmesse für Weiler und Bad Salzig gehalten wurde.
 
Bis 1985 wurde das Friedenskreuz angestrahlt und war dadurch weit ins Rheintal sichtbar.
 
Die Prozession am Pfingstmontag mit Hl. Messe am Friedenskreuz wurde bis 1993 beibehalten.Jetzt geht die Prozession an Pfingstmontag zum Dünchen.
 
Der letzte getrennte Bußgang der Männer und Frauen zum Friedenskreuz war 1996.
 
Seit 1997 findet am fünften Fastensonntag nur noch eine Prozession (Christusprozession) für die ganze Pfarrgemeinde zum Friedenskreuz statt.
 
Im Sommer 2005 musste das Friedenskreuz wegen fehlender Standsicherheit entfernt werden.
 
Das neue Friedenskreuz
 
auf dem Eisenbolz
Am 15. August 2006 hat die Kirchengemeinde einen Antrag auf Erteilung einer Baugenehmigung zur Errichtung eines Friedenkreuzes auf dem Eisenbolz gestellt.
 
Am 23. Februar 2012 wurde von der Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord in Koblenz der naturschutzrechtliche Befreiungsbescheid (für die Errichtung eines neuen Friedenskreuzes) erteilt.
 
Am 15. Juni 2012 wurde der Antrag auf Erteilung einer Baugenehmigung für das neue Friedenskreuz gestellt.
 
19. November 2012 wird die Baugenehmigung erteilt.
 
16. Februar 2013 werden erste Rodungsarbeiten an dem neuen Platz durchgeführt. Das neue Gelände wurde der Kirchengemeinde von Georg Dülz aus Bad Salzig geschenkt.
 
Am 11. Juni 2013 hat das Bistum Trier der Maßnahme „Inwertsetzung des Friedenskreuzes in Bad Salzig“ zugestimmt.
 
Am Pfingstmontag 2013 wurde die Schatulle (Einlegung für ein Dokument) zur Neuerrichtung des Friedenskreuzes durch Dechant Hermann-Josef Ludwig in der Filialkirche „St. Peter in den Ketten“ zu Weiler gesegnet.
 
Am 09. September 2013 wurde das „neue Friedenskreuz“ auf dem Eisenbolz errichtet.

 
Am Fest der Kreuzerhöhung, Samstag 14. 09. 2013 fand um 11.00 Uhr die Segensfeier für das „neue Friedenskreuz“ auf dem Eisenbolz mit Weihbischof Jörg Peters statt. Die Feierlichkeiten wurden von den Fahnenabteilungen, den Musikvereinen und Chören umrahmt. Als Ehrengast war auch der Initiator des ersten Friedenskreuzes Pastor i. R. Werner Mathieu anwesend.
Am Schluss der Feier lud der Förderverein St. Ägidius Bad Salzig e.V. zu Bier und Bratwurst vom Grill ein.
 
 
Am 24. Mai 2014 Marienprozession zum Friedenskreuz über Bad Salzig
 
Der Pfarrgemeinderat St. Ägidius Bad Salzig und der Förderverein St. Ägidius Bad Salzig e.V. hatten eingeladen, am Maria Schutzmantelfest zum Friedenskreuz mitzugehen, um dort, gegenüber dem Gnadenbild der Mutter Gottes zu Bornhofen, Andacht zu halten. Diakon Bernd Hammes freute sich, als er die Anwesenden am Friedenskreuz mit dem Hinweis begrüßte: „Wir haben nicht für jeden einen Sitzplatz. Dies ermutigt uns, am Maria Schutzmantelfest im nächsten Jahr wieder hierher zu kommen. Dann haben wir auch mehr Sitzplätze.“ Der schützende Mantel der Mutter Gottes war gewissermaßen der rote Faden der Andacht, die Diakon Bernd Hammes und Klaudia Höhlein vom Förderverein mit den Gläubigen hielten. Im Anschluss an die Andacht erhielten die Baumpaten aus der Hand von Philipp Mallmann, dem Vorsitzenden des Fördervereins, ihre Urkunden. Jeder der 16 Kirschbäume der alten Sorte Rheinische Kirsche hat einen Paten.  
Der jüngste Baumpate ist der zweijährige Simon Christ, dem seine Großeltern diese Patenschaft schenkten. Der Familie Georg Dülz wurde eine Ehrenpatenschaft übertragen Georg Dülz hat der Kirchengemeinde das Grundstück geschenkt, auf dem das Friedenskreuz nun errichtet ist. Die zweite Ehrenpatenschaft ging in Dankbarkeit an den verstorbenen Georg Wendelin Spitz, der die Anliegen der Pfarrei und des Fördervereins auf vielerlei Weise gefördert und unterstützt hat. Bei einem Imbiss vom Grill und guten Gesprächen fand diese erste Begegnung im Glauben am neuen Friedenskreuz ihren Abschluss.