Altbau

aus: Die Kunstdenkmäler von Rheinland-Palz, Stadt Boppard, Rhein-Hunsrück-Kreis, Teil 2.1 II. von 1988

Äußeres: Nach der Zeichnung des Pfarrer J. Nick waren Chor und Langhaus unter einem Dach zusammengefasst, das am breiteren Schiff entsprechend tiefer hinabreichte. Die Nordwand enthielt zwei spitzbogige Fensterachsen und war unterhalb der Traufe durch einen Bogenfries abgeschlossen. Neben dem rechteckigen Seiteneingang - etwa an der Stelle des jetzigen Hauptportals - befand sich eine gotische Nische mit der Ölberggruppe (heute im ehemaligen Westeingang); darüber ein barockes Vordach auf Holzstützen.
Der Chor mit schmalen Joch und Fünfachtelschluss hat an den Langseiten einfache Spitzbogenfenster mit Nasenmaßwerk, am Polygon zweibahnige Maßwerkfenster mit Dreipass bzw. Bogenrauten, außen und innen mit glatten Laibungen und schrägen Sohlbänken. Die Außenwände sind gegliedert durch einfach gestufte Strebepfeiler mit Pultdächern; gekehltes Traufgesims. Der viergeschossige Westturm am Erdgeschoss und ersten Obergeschoss ist ohne Zwischengliederung, darüber befinden sich gekehlte Stockgurte. Im ersten Obergeschoss sind Schlitzfenster, in der Glockenstube große Spitzbogenfenster mit Fischblasenmaßwerk. Ein achteckiger Spitzhelm über vier Giebeln mit schlichten Spitzbogenfenstern runden das Bild ab.
Inneres:Die Grundrisszeichnung von Lassaulx zeigt im Langhaus pilasterartige Wandvorlagen, das Seitenschiff von etwa einem Drittel der Mittelschiffbreite endet im Osten rechtwinklig. Im Winkel zwischen Langhaus und Chor stand die rechteckige Sakristei.
Beim Neubau blieb der Chorraum mit Kreuzrippengewölben auf spitz zulaufenden, im Polygon gerundeten Kragsteinen. Die Rippen haben gekehltes Profil. Scheibenförmige Schlusssteine mit Blattwerk bzw. dem Lamm Gottes. Das gratige Kreuzgewölbe des Turmjoches ruht im Osten auf kräftigen Rundstützen; im Westen geht es ohne Übergang in die Wand über. Die Rundstützen tragen in Kämpferhöhe einen gemalten Kleeblattfries. Zwischen ihnen zeigt sich ein schmaler, gestelzter Spitzbogen. Das Dachwerk des Chores mit Kehlbalkenkonstruktion auf liegendem Stuhl, Verzapfungen und Holzverdübelung stammt aus dem frühen 17. Jh.