Bopparder bitten in Salzig

"Bopparder bitten in Salzig"
Bittprozession im 15. Jh.

von Hans Peter Bock

Im Festkalender des ehemaligen Bopparder Stiftes ist in der Bittwoche vor dem Feste Christi Himmelfahrt am Dienstag u.a. eine Bittprozession nach Salzig (seit Zeichnung der Salziger Kirche v. Goswin Klöckner 1742 1465 bezeugt) aufgeführt. In Salzig wurde in der Filialkirche eine Messe gehalten. Diese war von dem damaligen Bopparder Kanoniker Jakob Kling gestiftet.

Jakob Kling (Clinge) von Koblenz war 1465 auch Pfarrer in Kamp und Inhaber einer Vikarie in der Pfarrkirche zu Pfaffendorf. 1469 Zollschreiber zu Boppard und 1505 wurde er zum Dekan des Landkapitels Boppard ernannt.

Kanoniker = Stifts(Chor)herrn, die zumeist von auswärts kamen hatten weitere Kanonikate an anderen Stiften. Vielfach übernahmen sie Tätigkeiten in der landesherrlichen und erzbischöflichen Verwaltungen und bezogen daraus ein Teil ihrer Einkünfte. Ihre Pfründe zu Boppard bezogen sie nur, wenn sie ihre liturgischen Pflichten erfüllten und präsent waren. Der letzte Kanoniker von Boppard starb 1602.

Bittprozessionen wurden im 5. Jh. durch den Bischof Mamertus von Vienne im südlichen Frankreich eingeführt. Sie verbreitete sich rasch in der ganzen lateinischen Kirche. Die römische Kirche nahm am Ende des 8. Jh. diese Bittgänge an. Unter Gregor dem Großen wurden die Flurprozessionen wieder neu belebt.


Quellen:
Germania Sacra, Erzbistum Trier (Sonderdruck)
(Hist.-Statistische Beschreibung der Kirche des Alten Reiches)