Das Heiligenhäuschen auf dem Dünchen

Das Heiligenhäuschen auf dem Dünchen

von Hans Peter Bock

Wegkapellen - Heiligenhäuschen wurden aus verschiedenen Gründen gebaut. Sehr häufig geschah dies aus Dankbarkeit. Hier wäre besonders die Genesung von schweren Krankheiten, die gesunde Heimkehr aus dem Krieg oder eine Stiftung aus religiöser Frömmigkeit zu nennen. Wahrscheinlich wurde auch die Wegkapelle auf dem Dünchen aus diesen Gründen errichtet.
Die Erbauerzeit des Heiligenhäuschen auf dem Dünchen, in der Nähe des Weilerer Sportplatzes, dürfte nach alten Kartenunterlagen vor 1900 sein, wahrscheinlich in der Zeit von Pfarrer Nick (1868-1903). Eine Erneuerung erlebte die Kapelle 1940.
Aus Aufzeichnungen geht hervor, dass dort früher eine Antoniusstatue verehrt wurde. Vermutlich daher auch der Name Dünchen (wir gehen zum "Dun"-"Dün"-"Dünche", Anton, Antonius). Heute wird die Muttergottes in Form eines Steinreliefs verehrt.
Im Handbuch des Bistums Trier von 1952 und in alten Akten des Pfarrarchivs wird folgendes über die Wegkapelle berichtet:
 Auf der Höhe von Weiler wurde in der Wegkapelle das Muttergottesbild aus Gips im Winter 1929 von roher Hand zerschlagen und dasAbschlussgitter gewaltsam herausgerissen. Die Nische wurde renoviert und fortan stand ein neues Bild aus Terrakotta (eine Immaculata) in dem Heiligenhäuschen. Der (oder die) Täter sind nicht bekannt geworden. Im Frühjahr 1940 wurde erneut das Muttergottesbild beschädigt. Kaplan Kerscht ((1937-1947) fand in der Frühe des Morgens auf dem Gang zur hl. Messe in die Filialkirche das Muttergottesbild auf dem Abschlussgitter aufgespießt.

Er stellte das Bild wieder auf seinen Platz. 14 Tage später, wiederum beim Gang zur hl. Messe, fand er das Bild total zertrümmert auf dem Boden liegend. Das Abschlussgitter war herausgerissen und außerdem lag das Kruzifix von dem rückwärtig stehenden Feldkreuz auf dem Boden. Der Verdacht richtete sich auf 2 Soldaten, die in Weiler in Quartier lagen und dann im Mai 1940 zur Westfront abrückten.
Durch die Bewohner von Weiler wurden die hl. Zeichen unserer Religion ergänzt und das Heiligenhäuschen wieder in Stand gesetzt.
Seit 1994 findet am Pfingstmontag eine Prozession der Salziger und Weilerer zum Dünchen (vorher Friedenskreuz) statt. Dort wird eine hl. Messe gehalten und die Nothgotteskerzen werden gesegnet
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