Die Bad Salziger Ölberggruppe

Die Bad Salziger Ölberggruppe

von Hans Peter Bock

Die Bad Salziger Ölberggruppe in einer Nische an der nordwestlichen Außenwand der Pfarrkirche "St. Ägidius" (ehemaliges Westportal der "alten Kirche) wurde durch den ortsansässigen Steinmetzbetrieb gereinigt und aufgearbeitet. Im Laufe der Jahre war der Weiberner Tuffstein durch Witterungseinflüsse stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Auch einzelne Gesichtzüge waren durch den Rust der abgebrannten Öllichter kaum noch erkennbar. Das Schwert des Petrus wurde teilweise erneuert. Die ersten Restaurierungsarbeiten wurden schon 1972 durch den Restaurator E. Worch aus Wolbeck/Westfalen durchgeführt. Die Ölberggruppe befand sich vor der Erweiterung der Kirche (1999) an der nördlichen Außenwand der alten Kirche, am heutigen Haupteingang. Die Ölberggruppe hatte nach der Umsetzung noch eine Umrahmung die 1933 entfernt wurde.

Die Bad Salziger Ölberggruppe ist bei Kunsthistorikern nicht unbekannt. Lehfeldt führt sie 1886 unter den Bau- und Kunstdenkmälern des Regierungsbezirks Koblenz auf und Dehio setzt in seinem Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler ihr Alter auf den Anfang des 16. Jh. fest. Bei Pfarrer Wendling wurde die Gruppe in einem alten Kirchenbuch in Zusammenhang mit der Todesangst-Bruderschaft genannt.

Wenn wir das Kunstwerk betrachten, bildet der Mittelpunkt in der Seitenansicht den dargestellten Christus (110 cm hoch). Er kniet in Lebensgröße auf einem Felsen. Das rechte Knie hat er etwas vorgezogen. Der Blick ist nach oben gerichtet, wo in einer Ecke ein Engel ihm den Kelch reicht. Im Vordergrund unterhalb des Christus sind die vom Schlaf übermannten Apostel v.l.n.r. Jakobus, Johannes und Petrus (82 bis 86 cm hoch) dargestellt. Jakobus hält mit der linken Hand ein geschlossenes Buch und stützt sich mit der anderen Hand auf dem hochgezogenem Knie ab. Der Lieblingsjünger Johannes sitzt in der Mitte mit einem aufgeschlagenen Buch. Petrus, halb sitzend, halb kniend, stützt mit der linken Hand sein Haupt. Seine rechte Hand hält das Schwert.

Ölberggruppen entstanden als Andachtsstätte, nachdem die Kreuzzugsideen (14.,15. Jh.) und der Zugang zu den Stätten im Hl. Land (Lehrstätte und Stätte der Himmelfahrt Christi) für längere Zeit unmöglich wurden. So wollte man wenigstens ein Stück Heiliges Land in der Nähe haben.