Die Filiale Salzig in der französischen Zeit im Rhein-Mosel-Departement des Bistum Aachen

Die Filiale Salzig in der französischen Zeit
im Rhein-Mosel-Departement des Bistum Aachen

von Hans-Peter Bock

 

Das ehemalige Erzbistum Trier, zu dem Metz, Toul, Verdun, Nancy und St. Die` gehörten, erstreckte sich von der Maas im Westen in nordöstlicher Richtung beiderseits der Mosel und Lahn bis östlich von Gießen.
Große Veränderungen in der Organisation des Erzbistums und seiner Pfarreien brachte die französische Revolution und die folgende Eroberung durch Frankreich. Während große Teile von jeher zu Frankreich gehört hatten, wurden jetzt weitere Gebiete durch den Beschluss des Nationalkonventes vom 14. Febr. 1793 und durch den Frieden vom Campo Formio am 17. Okt. 1797 eingegliedert. Auch wurde der übrige linksrheinische Teil der Erzdiözese im Frieden von Luneville am 9. Febr. 1801 an Frankreich abgetreten.
Diese staatlichen Umwälzungen hatten einschneidende kirchliche Veränderungen zur Folge. Nach dem Konkordat des Papstes Pius VII. wurden sämtliche bestehende Diözesen aufgehoben. Es entstand eine neue Diözese Trier, deren Umfang auf die Grenzen des Saardepartements beschränkt blieb, während große Teile des ehemaligen Erzbistums im Westen zu anderen französischen Diözesen kamen.
Auszug aus der Diözesankarte von 1808 Der untere Teil des Erzbistums links des Rheins, zum Rhein-Mosel-Departement gehörig, wurde dem neugeschaffenen Bistum Aachen zugeschlagen. Die Grenze zwischen Aachen und Trier verlief fast gradlinig von der Nahe über den Hunsrück zur Mosel, entlang der Eifel zur Ahr.
Der Kanton Boppard mit seinen Nebenkirchen (u.a. Salzig) reichte vor 1803 vom Rhein bis zur Mosel und zählte 13 Pfarreien.
Über die Neuorganisation forderte der Präfekt Boucqueau ein Gutachten an. Dieses wurde am 3.12.1802 von dem Friedensrichter Ferres und dem Bürgermeister Josef Foelix aus Boppard erstellt.
Durch den Konkordat Napoleons mit dem Papst hatte der Bopparder Bürgermeister Foelix als beauftragter Kommissar die Aufgabe, die Bopparder Stifte und Klöster von der weitreichenden Umgestaltung, sowie ihrer Vermögensverhältnisse zu unterrichten und die Aufhebung zu vollziehen. Innerhalb von 10 Tagen mussten sie mit ihrem persönlichen Besitz die Gebäude räumen. Mit dem Konkordat erhielt Napoleon nicht nur freie Hand, Stifte und Klöster aufzuheben, sondern auch die Möglichkeit, die Pfarrseelsorge neu zu organisieren.
Da anstelle der eingezogenen Pfarrgüter künftig der Staat die Pfarrer zu besolden hatte, war der Verwaltung daran gelegen, mit möglichst wenigen Seelsorgern auszukommen. So wurden Pfarreien zunächst nur für die Orte vorgesehen, in denen die Friedensgerichte ihren Sitz hatten. St. Severus Boppard wurde Kantonspfarrei, während Salzig und Hirzenach Hilfs- oder Sukkursalpfarreien wurden.
Kleinere Filialen wurden aufgelöst. Da dies teilweise zu untragbaren Zuständen führte, wurden immer wieder Än-derungen nötig. So verfügte im Juli 1808 der Präfekt über die Einrichtungsgegenstände der aufgehobenen Kirche in Weiler, während er ein halbes Jahr später aufgrund der Erfor-dernisse die Wiedereröffnung beschloss.
Die Gesamtseelenzahl der Kantonalpfarrei St. Severus Boppard betrug 2550 (Salzig St. Ägidius 500, Filiale Weiler ca. 135).
Durch ein Konkordat 1821 kam es zur Neueinrichtung der Diozese Trier. Nach über 20jähriger Zugehörigkeit zum Bistum Aachen kehrten 1824 die Pfarreien wieder zurück in das Heimatbistum Trier
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Quellen:
Umschreibung der Pfarreien des Bistums Aachen
Staatsarchiv Koblenz
Archiv des Erzbistums Aachen